Dokumentarfilm People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková - mit Agnes Temmel, Lenka Kopřivová, Wilhelm Schröck

People in Borderlands

Inhaltsübersicht zum Film People in Borderlands:

Dokumentarfilm von Lenka Ovčáčková

Im zentraleuropäischen Kontext spiegelt der Dokumentarfilm der Regisseurin Lenka Ovčáčková People in Borderlands am Beispiel von vier grenzüberschreitenden Regionen in deutsch-tschechischen, österreichisch-tschechischen, österreichisch-ungarischen und ungarisch-slowenisch-österreichischen Grenzgebieten auf Grundlage von Gesprächen mit in den Regionen lebenden Zeitzeug*innen die große ökologische Vielfalt und die hohe ökologische Wertigkeit grenzüberschreitender Landschaften sowie das durch Oral History verdeutlichte Spektrum von historischen und aktuellen Bedrohungen einerseits und die Möglichkeiten landschaftsökologisch bewussten aktiven Lebens zum Schutz und zur Bewahrung dieser einzigartigen transnational vernetzten Landschaften andererseits wider.

People in Borderlands: Dokumentarfilm

Der gesamte mehrsprachige Dokumentarfilm mit englischen Untertiteln kann hier in ungekürzter Länge angesehen werden:

Film „People in Borderlands“ (© Lenka Ovčáčková)

Steckbrief des Dokumentarfilms

Film-Titel: People in Borderlands
Drehbuch, Kamera, Tonaufzeichnung, Schnitt, Regie: Lenka Ovčáčková
Erscheinungsjahr: 2012
Sprachen: mehrsprachig mit englischen Untertiteln
Länge: 72 Min.
Format: Online-Video
Bezugsquelle: Vimeo

Hinter den Kulissen von „People in Borderlands“

Der Film People in Borderlands stellt eine Art Zusammenfassung aller anderen grenzüberschreitenden Dokumentarfilme dar, die Lenka Ovčáčková im Rahmen des TransEcoNet-Projekts gedreht hat. Ausschlaggebend war für sie das Thema „Grenze”, das im Film auf mehreren Ebenen auftaucht.

Die erste Ebene wird durch Interviews zur Wahrnehmung der politischen Grenze dargestellt, die sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wesentlich verändert hat. Einerseits wurde die Grenze zum Beispiel zwischen Tschechien und Österreich, Tschechien und Deutschland, oder Österreich und Ungarn geöffnet, wodurch die Entwicklung neuer grenzüberschreitender Kontakte und Aktivitäten ermöglicht wurde. Andererseits wurde eine neue Grenze zwischen der Slowakei und Tschechien gebildet, was zu einer nicht unwesentlichen Veränderung der gegenseitigen Wahrnehmung im tschechisch-slowakischen Grenzraum geführt hat.

Die zweite, mit dem Thema Grenze verbundene, allgemeinere Ebene ist implizit in den Aussagen der über 80-jährigen InterviewpartnerInnen enthalten. Diese Menschen, die in Bezug auf ihre Lebensweise in Kindheit und Jugend vor allem mit familiärer Landwirtschaft verbunden waren, reflektieren in ihren Erinnerungen den positiven Charakter des Lebens auf dem Land. Ihre Aussagen verweisen aber auch auf die „Begrenztheit“ des Lebens im Sinne einer Einschränkung durch einen gewissen Mangel, der im Rahmen der ganzheitlichen Reflexion jedoch nicht als Negativum betrachtet wird.

Die dritte grenzbezogene Ebene, die sich im Film manifestiert, hat eine environmentale, philosophisch-transzendentale Prägung und verweist auf die Grenze des Lebens selbst. Diese Reflexion offenbart sich nicht nur bei den älteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die durch ihr langjähriges Leben an einem Ort die Veränderungen in der Landschaft und Natur beobachten konnten. Sie zeigt sich auch bei jungen Leuten, die aus den Großstädten in die Grenzgebiete ziehen und sich oft bemühen, an die traditionelle Lebensweise anzuknüpfen. Dieses bewusste, kreative und aktive Leben im Grenzraum ist aber auch ein Beispiel für einen neuen Lebensstil, der dazu führt, dass gewisse Grenzen, die implizit durch die Gesellschaft geschaffen wurden, abgebaut werden. 

Zitate aus dem Film

»So wie das indianische Sprichwort sagt: die Erde ist nur von unseren Kindern geliehen. Genauso soll dieser Weg sein, wo wir einfach mit ruhigem und gutem Gewissen das, was wir bekommen haben, an unsere nächste Generation weitergeben können.«

Wolfgang Hautzinger, 2012

»Jetzt, wenn ich hier lebe, tut es mir Leid, dass es nicht mehr die Menschen gibt, die hier Hunderte Jahre gelebt haben und deren Spuren man hier ständig sieht – so wie sie Häuser gebaut haben, wie sie hier gearbeitet haben und diese riesigen Bäume gepflanzt haben […] Jetzt entsteht aber eine Generation von Menschen, die die Beziehung hoffentlich wiederfinden und eine Beziehung zur Erde haben werden. Sie werden diese Wiese nicht verbauen wollen – nicht wegen der schönen Aussicht, sondern weil die Wiese ihre Geschichte hat, ihre Bedeutung für die Vögel, die hier leben, für die Tiere, die hier leben …«

Aleš Bittner, 2012

Das sagen Kritiken, Rezensionen und Presseberichte

Auszeichnung „Showcase Selection 2014“ für den Dokumentarfilm „People in Borderlands“ von Lenka Ovčáčková durch The LiFF – Lucerne international Film Festival:

Auszeichnung Showcase-Selection für People in Borderlands von Lenka Ovčáčková

Fotos zu „People in Borderlands“

Momentaufnahmen aus dem Dokumentarfilm der Filmemacherin:

Landschaft mit See in: People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Gerhard & Herbert Triebaumer in: People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Natálie Kosmáková - People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Landschaft mit Weinreben in: People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Werner Michlits - People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Irena Tibola - People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Julie & Petr Macháčková in: People in Borderlands - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková

© Titelbild: Lenka Ovčáčková