Dokumentarfilm Das Licht für die Zukunft von Lenka Ovčáčková - Ewa Singer, Emma Marx, Elfriede Weismann

Das Licht für die Zukunft

Inhaltsübersicht zum Film Das Licht für die Zukunft:

Dokumentarfilm von Lenka Ovčáčková

Das Licht für die Zukunft [tschechischer Titel: Světlo pro budoucnost] (2025) ist ein vielschichtiger, poetischer Dokumentarfilm der Regisseurin Lenka Ovčáčková über drei 90-jährige Frauen aus deutschsprachigen tschechischen Familien, die von ihren Erfahrungen nach der Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkriegs berichten.

Elfriede floh 1945 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Österreich und Ewa hatte das Glück, nach der wilden Vertreibung 1945 mit Mutter, Schwester und Bruder aus dem Internierungslager aus Brno nach Bayern zu entkommen. Emmas Familie wurde zwar nicht aus der Tschechoslowakei vertrieben, aber 1948 aus dem Böhmerwald ins Erzgebirge umgesiedelt, wo Vater und Bruder im Uranbergbau arbeiten mussten.

Heute engagieren sich alle drei für den grenzüberschreitenden Dialog. Umrahmt wird der Dokumentarfilm von Zitaten aus den Schriften des Renaissance-Philosophen, Theologen und Arztes Marsilio Ficino.

Das Licht für die Zukunft: Trailer

Hier können Sie sich einen kurzen Video-Clip (Trailer) ansehen, der einen ersten Eindruck des Dokumentarfilms Das Licht für die Zukunft bietet:

Trailer zum Film „Das Licht für die Zukunft“ (© Lenka Ovčáčková)

Steckbrief des Dokumentarfilms

Film-Titel: Das Licht für die Zukunft [Světlo pro budoucnost]
Drehbuch, Kamera, Tonaufzeichnung, Schnitt, Regie: Lenka Ovčáčková
Erscheinungsjahr: 2025
Sprachen: Deutsch & Tschechisch (zweisprachig)
Länge: 58 Min.
Format: DCP, MP4
Zeitzeuginnen: Emma Marx, Ewa Singer, Elfriede Weismann

Hinter den Kulissen von „Das Licht für die Zukunft“

Die Motivation, einen Dokumentarfilm mit den drei bemerkenswerten Zeitzeuginnen zu drehen, geht auf eine langjährige Freundschaft zurück. Emma Marx lernte Lenka Ovčáčková bei den Dreharbeiten zu dem Dokumentarfilm „Tiefe Kontraste“ (2015) kennen. Elfriede Weismann traf sie bei einem Interview für den Dokumentarfilm „Im Einen Alles, im All nur Eines“ (2017) und Ewa Singer lernte sie vor etwa acht Jahren bei einer Tagung in Olomouc/Olmütz kennen. Die erste Begegnung war in allen Fällen der Grundstein für eine feste und langjährige Beziehung. Mit der Zeit wurde Lenka Ovčáčková immer bewusster, wie besonders diese drei Frauen sind und welche Lebensweisheiten sie in sich tragen. In diesem Wahrnehmungsprozess reifte nach und nach die Idee in ihr, die Kindheitserinnerungen, das Schicksal und die versöhnlichen Botschaften dieser drei Zeitzeuginnen in einem Dokumentarfilm festzuhalten.

Das Vertrauen, das die drei Zeitzeuginnen Lenka Ovčáčková entgegengebracht haben, und ihre Bereitschaft, über die schwierigen Themen ihrer Kindheit zu sprechen und ihre lebensprägenden Erfahrungen in einen versöhnlichen, grenzüberschreitenden Dialog zu überführen, spielten in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Der Titel des Films „Das Licht für die Zukunft“ spiegelt diese versöhnliche Herangehensweise, die eine schwarz-weiße Sicht auf Geschichte und Gegenwart vermeidet, sowie die Tendenz, die historischen Ereignisse in Zusammenhängen zu beleuchten, wider. Dazu tragen auch die im Film verwendeten, sehr komplexen und tiefgehenden philosophischen Zitate von Marsilio Ficino bei. Dessen Werke verkörpern im Rahmen der neuplatonischen Philosophie die sogenannte „Metaphysik des Lichts“.

Der Dokumentarfilm „Das Licht für die Zukunft“ bot allen Beteiligten die Möglichkeit zu neuen, noch tieferen Reflexionen – sowohl während der Interviews selbst als auch in den Diskussionen nach den Filmvorführungen an verschiedenen Orten in Tschechien, Deutschland und Österreich.

Literarische Kostproben aus dem Film

»Das Licht ist das Lachen des Himmels,
das von der Freude des himmlischen Geistes kommt,
wie sie sich besonders in den Menschen zeigt,
die, sooft sie sich im Geiste freuen
und ein Lächeln auf dem Gesicht haben,
gewiss auch innerlich strahlen
und ihr Geist sich weitet und es scheint,
dass ihr Gesicht leuchtet und vor allem ihre Augen,
die ganz himmlisch sind und wenn sie lachen,
kreisen sie wie himmlische Körper.«

Marsilio Ficino: De lumine, 1476

»Die Sonne beleuchtet überall gleichzeitig
die durchsichtigen und klaren Naturen,
die ganz himmlisch erscheinen, während
die dunklen, lichtunfähigen Substanzen
erst erwärmt und entzündet,
veredelt und erleuchtet.
Und wenn sie schon leicht
und durchdringbar sind,
werden sie durch Wärme
und Licht zum Erhabenen erhoben.«

Marsilio Ficino: De sole, 1492

Das sagen Kritiken, Rezensionen und Presseberichte

„Auf sensible Weise gelingt es der Regisseurin Lenka Ovčáčková, die Erinnerungen der Frauen an die verlorene Heimat und an die dramatischen Erfahrungen jener Zeit zu dokumentieren, ohne dabei zu verklären oder zu beschönigen. Der Film verzichtet auf große Effekte und lässt die Protagonistinnen selbst sprechen. Die Interviews lassen die Zuschauerinnen und Zuschauer dabei tief in die persönlichen Geschichten eintauchen. Die Lebensberichte gehen mit Zitaten des Renaissance-Philosophen Marsilio Ficino einher, die als philosophischer Rahmen dienen und zur Reflexion über Humanität, Versöhnung und Hoffnung anregen.“

Lucie Sophie Bruchhold, LandesEcho, 26.5.2025

„Lenka Ovčáčková, die an der Karls-Universität Prag forscht und seit vielen Jahren dokumentarisch arbeitet, gelingt mit diesem Film ein sensibles Plädoyer für Menschlichkeit und europäische Verständigung – ein Licht für die Zukunft, das nachwirkt.“

Claudia Alraum, 2025

„Sensibel und mit viel Einfühlungsvermögen dokumentiert Regisseurin Lenka Ovčáčková die Erinnerungen der Frauen an die verlorene Heimat und an jene schicksalhafte Zeit. Im Zentrum stehen die Protagonistinnen, die in Interviews den Zuschauer tief in ihre persönlichen Geschichten eintauchen lassen.“

Margit Poxleitner, Passauer Neue Presse, 10.10.2025

Interviews mit der Regisseurin

Hier finden Sie ein Radiointerview von Martina Schneibergová bei Radio Prague mit der Regisseurin zu ihrem Dokumentarfilm „Das Licht für die Zukunft“.

Fotos zu „Das Licht für die Zukunft“

Während der Dreharbeiten zum Dokumentarfilm von Lenka Ovčáčková sowie hinter den Kulissen und während der Filmvorstellungen entstandene Fotos:

Elfriede Weisman & Lenka Ovčáčková: Das Licht für die Zukunft
© Margit Elsingan
Ewa Singer & Lenka Ovčáčková: Das Licht für die Zukunft
© Karolína Poláčková
Emma Marx & Lenka Ovčáčková: Das Licht für die Zukunft
© Zuzana Froňková & Petr Čapek
Wald-Landschaft in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Elfriede Weisman & Emma Marx: Das Licht für die Zukunft
© Lenka Ovčáčková
Ewa Singer & Lenka Ovčáčková: Das Licht für die Zukunft
© Agnes Sophia Csaplovics
Filmvorstellung Das Licht für die Zukunft - Nürnberg
© Lenka Ovčáčková
Elfriede Weisman in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Emma Marx in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Ewa Singer in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Emma Marx in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Ewa Singer in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková
Elfriede Weisman in: Das Licht für die Zukunft - von Lenka Ovčáčková
© Lenka Ovčáčková

© Titelbild: Lenka Ovčáčková